Kennen Sie Ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck?

Ich war neugierig und froh über die Möglichkeit, während des Messe-Duos „veggie & frei von“ in Stuttgart am 21.11.2021 meinen individuellen Einfluss auf die Natur zu entdecken.

Am gemeinsamen Stand vom Entwicklungspädagogischen Informationszentrum (EPIZ) und Bildung trifft Entwicklung (BtE) folgte ich einem Parcours und füllte Schritt für Schritt einen Fragebogen aus mit konkreten Antwortmöglichkeiten zu vier Bereichen des täglichen Lebens: Ernährung, Wohnen & Energie, Mobilität und Konsum.

Die mit jeder Antwort gesammelten Punkte wurden am Ende zusammengerechnet. Der daraus resultierende Wert für meinen durchschnittlichen Verbrauch natürlicher Ressourcen wurde plakativ im Verhältnis zur Gesamtheit der Ressourcen unserer Erdkugel dargestellt. Bislang betrachtete ich mich selbst stets als eine umweltbewusste Erdenbürgerin, die sich in jedem Lebensbereich in Sparsamkeit übt. Umso mehr war ich schockiert, als meine Ergebnispunkte zeigten, dass, wenn alle Menschen so leben würden wie ich, sogar drei Planeten Erde benötigt würden, um diesen Lebensstil aufrechtzuerhalten.

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Dieses Ergebnis diskutierte ich mit den Mitarbeitenden am Stand. Sie schienen nicht überrascht zu sein und meinten, dass es vielen Freiwilligen genauso erginge, die solche Parcoursbefragungen mitmachten, und dass es tatsächlich dem durchschnittlichen Verbrauch von in Deutschland lebenden Personen entspräche. Dieser Zusammenhang zwischen dem individuellen Lebensstil und der Ressourcenüberlastung der Erde war mir noch nie so bewusst gewesen wie in diesem Moment.

Jedes Jahr fällt der sogenannte Earth Overshoot Day auf ein immer früheres Datum, zuletzt auf den 29. Juli 2021. Bis zu diesem Tag hatte die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann. Bezogen auf Deutschland wurde der Erdüberlastungstag sogar schon am 5. Mai 2021 erreicht, also wesentlich früher.

Fazit: Wir leben über unsere Verhältnisse

Wir kaufen günstige T-Shirts, die teilweise bis zur Fertigstellung 50.000 Kilometer gereist sind, also mehr als einmal um die Erdkugel. Deutsche Verbraucher:innen kaufen im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr und tragen sie nur noch halb so lang wie noch vor 15 Jahren. Ein Fünftel der Kleidungsstücke in unseren Schränken wird sogar niemals getragen. Dabei braucht es 550 Liter Wasser und bis zu zwei Kilogramm Chemikalien, um eine Jeanshose auf konventionelle Art herzustellen. Die sechs Kilogramm Chemikalien zur Produktion eines Kilogramms Baumwolle sind hier noch gar nicht mitgerechnet.

Obwohl in Deutschland der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in den vergangenen 10 Jahren leicht gesunken ist, von 62,4 kg in 2010 auf 57,3 kg in 2020, konsumieren wir nach wie vor zu viel Fleisch, für dessen Produktion oftmals auf anderen Kontinenten viel Wasser verbraucht und Landflächen verödet werden. Dabei bedroht die Landverödung das Leben von etwa einer Milliarde Menschen.

 

Wir fahren im Auto zum Fitnessstudio, um dort die notwendige Bewegung zu bekommen. Allein in Deutschland sind mehr als 48 Millionen Autos zugelassen bzw. geparkt.

Jedes Jahr gelangen 4,8 – 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Dieses Plastik ist ein ständig wachsendes Problem und kostet jedes Jahr zehntausende Tiere das Leben. Wissenschaftler schätzen, dass inzwischen etwa 600.000 Kubikmeter Plastik allein am Grund der Nordsee liegen. Einmal in der Umwelt und zu Mikroplastik zersetzt, werden die kleinen Partikel über große Distanzen transportiert und sind mittlerweile weltweit nachweisbar – in der Luft, in Böden, im Polareis, in Tiefseeschluchten, in Tieren, aber auch in uns Menschen.

Wie können wir unseren Naturverbrauch auf zumindest nur eine Erde – also um das Dreifache – reduzieren?

Diese Herausforderung können wir von zwei Seiten angehen:

Einerseits braucht es eine nachhaltige Veränderung des eigenen Verhaltens, denn die vielen kleinen und großen Entscheidungen des täglichen Lebens der derzeit ca. 8 Milliarden Menschen haben einen enormen Einfluss auf die Natur und damit auf unsere Lebensgrundlagen.

Andererseits müssen wir die vorhandenen Systeme und Strukturen unserer Industriegesellschaft transformieren und zukunftsgerecht umgestalten. Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, sie bedenkenlos zu nutzen, nicht nur, weil es sie gibt, sondern auch, weil es so bequem, einfach und schnell ist. Fahren wir in den Urlaub mit dem Zug oder doch mit dem Auto? Ein längerer Urlaub mit Hin- und Rückflug pro Jahr? Oder doch lieber drei Kurzurlaube und dem entsprechend sechs Flüge?

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Mein Motto: Sei Teil der Lösung, nicht Teil des Problems

Seit meinen Herbstbesuchen der beiden Verbrauchermessen „veggie & frei von“ in Stuttgart sowie „VEGGIENALE & FAIR GOODS“ in meiner Heimatstadt Frankfurt am Main habe ich einiges in meinem Alltag umgestellt. Anstelle von Kunststoff- oder Alufolie benutze ich seither umweltfreundliche Bienenwachstücher und Wachsbeutel.

Beim Einkauf von Lebensmitteln und Kleidung achte ich besonders auf Nachhaltigkeitssiegel und lese das Kleingedruckte auf Verpackungen und Etiketten auf der Suche nach Hinweisen, ob die verwendeten Zutaten bzw. Materialien aus nachhaltigen Quellen, wie beispielsweise zertifiziert ökologischem Anbau, stammen.

Beim Ausprobieren von neuen Rezepten war ich angenehm überrascht, wie geschmackvoll und vielseitig vegetarische Gerichte schmecken können.

Öffentliche Verkehrsmittel nutze ich schon mein ganzes Leben, sowohl bei kürzeren als auch bei längeren Fahrten. Auch zu meinen Messe- und Konferenzbesuchen im Ausland bin ich mit der Bahn unterwegs.

Mein Motto: Sei Teil der Lösung, nicht Teil des Problems

Und es gibt ständig etwas Neues zu entdecken, um meinen eigenen Lebensstil noch nachhaltiger zu gestalten.

In beruflicher Hinsicht habe ich mich ebenfalls dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben:

Um die Transformation von Systemen und Strukturen zu beschleunigen, unterstütze ich mit meiner Controlling-Beratung alle diejenigen, die ihre Ideen für die Welt von morgen in die Praxis umsetzen.

Diesen nachhaltigen Unternehmen helfe ich mit meinem umfassenden Expertenwissen, auf dem Markt zu überleben, ein finanziell gesundes Unternehmen aufzubauen und eine solide wirtschaftliche Basis zu schaffen, um auch künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten Erde zu ermöglichen.